Die Map "Matmata" aus Call of Duty 2 im Überblick:
Matmata (von
[FoP]Yuriisback)
Moin
Moin zusammen,
Im
Folgenden möchte ich versuchen, einige Hintergründe zu dieser unserer Map
darzustellen.
Warum
haben die Macher von InfinityWard dieser Map ausgerechnet diesen Namen gegeben?
Gibt
es Beziehungen zwischen InGame und Realität?
Der
Call of Duty 2 Gemeinde ist dieses Dörfchen als Spielort verschiedenster
Missionen des Single- und Multiplayer Mode bekannt.
Bei
dieser Karte handelt es sich um die Darstellung eines kleinen
Wüstendorfes mit größtenteils einstöckigen Flachbauten. Angesiedelt ist die
Karte als Teil der Mission des Nordafrikafeldzuges innerhalb der CoD2
Einzelspielermission.
Aber
auch als Mehrspielerkarte im Internet erfreut sich diese Map großen Zuspruchs.
Bei
meiner Recherche zu dieser Karte habe ich mich zunächst einmal der
Google-Suchmaschine bedient, um einen Einstieg und allgemeine Informationen zu
erhalten.
Und
tatsächlich habe ich unter anderem einen interessanten Reisebericht gefunden,
der uns Matmata von der touristischen Seite näher bringt.
Quelle:
www.urlaub-im-web.de
Matmata - das Höhlendorf
Inmitten der
Bergwelt, 40 Kilometer südlich der Küstenstadt Gabes und etwa 80 Kilometer
süd-westlich von Djerba, liegt das Höhlendorf Matmata. Hier spielt sich das
Leben weitgehend unterirdisch ab. Zum Schutz vor Hitze, Kälte und Sandstürmen
haben die Matmati-Berber eine auf der ganzen Welt einzigartige Wohn-Architektur
entwickelt: Unterirdische "Wohnkrater" mit Wohnräumen, Vorratskammern
und sogar Ställen für Kleintiere.
Die in den weichen Lehmboden gegrabenen
Höhlen gruppieren sich in ein oder zwei Etagen um einen offenen Innenhof. Man
betritt sie durch einen tunnelartigen Gang oder - sportlicher - anhand von
Strickleitern. Zwar sind viele der früheren Bewohner inzwischen in moderne
Siedlungen am Fuß der Berge gezogen, aber einige kleinere Troglodytengemeinden
(Troglodyten = Höhlen-Bewohner) leben noch heute dort wie vor Hunderten von
Jahren. Sie zeigen Fremden für ein Trinkgeld gerne ihre Wohngrotten, wo
Getreide gemahlen, Fladenbrot gebacken und Olivenöl gepresst wird. Man kann
sogar stilecht in einem Höhlenhotel übernachten.
Hier ein Kartenausschnitt, um euch die
geographische Lage etwas näher zu bringen:
Matmata liegt also im nördlichen Teil des
Dahargebirges. Die Gegend sieht wie eine zerfurchte Mondlandschaft aus, weshalb
hier auch Star Wars gedreht wurde. Bei genauerem Hinsehen erkennt man
terrassenförmige Felder sowie Oliven- und Feigenbäume. Der Landstrich von
Matmata ist aufgrund hoher Niederschlagsmenge sehr fruchtbar, was zur Folge hat,
dass hier die Bevölkerungsdichte höher als im südlichen Teil des Dahargebirges
ist.
Es ist als würde man geradewegs auf dem
Mond landen. Das Dahargebirge im südöstlichen Tunesien am Rande der Sahara ist
ein Augenschmaus für die Sinne. Unendliche Kraterlandschaften in einem beinahe
lavendelblauen Himmel, ganz versteckt, in Einheit mit der Natur liegen hier
Dörfchen in den Hängen, leuchten ab und an bunte Teppichmuster auf.
Troglodyt in Matmata
Die alten Traditionen der Berber sind hier
zum größten Teil aufrechterhalten worden und das schon aufgrund der klimatischen
Bedingungen: so leben viele Einwohner des Ortes Matmata in den sogenannten
troglodytischen Unterkünfte. Diese Wohnungen sind in der Erde eingegraben, die
Zimmer sind rund um die Krater in weiche Felsen geschlagen und erinnern an eine
Mondlandschaft. An die 400 gibt es heute noch.
Star
Wars Location Hotel Sidi Driss
Kein Wunder also das der amerikanische
Regisseur Georg Lukas hier sein Epos ‚Krieg der Sterne’ entstehen ließ. Nicht
weit entfernt von hier liegen andere Dörfer wie Tamezret, deren Häuser am Hang
und zum Teil unterirdisch gebaut wurden. So ist die Temperatur im Sommer frisch
und im Winter gemäßigt.
Hier noch ein paar Bilder von Matmata und
Umgebung:
Zusammenfassend lässt sich über das
Örtchen, das unserer Mehrspieler-Map den Namen verliehen hat also folgendes
sagen:
Matmata ist das touristische Zentrum des nördlichen Dahar Berglandes
und verzeichnet entsprechend viele Besucher. Durch den Bau vieler normaler
Häuser und anderer sichtverstellender Einrichtungen hat der Ort sehr viel von
seinem noch vor einem Vierteljahrhundert offenbarten Charme eingebüsst. Damals
dominierten klar die Höhlenwohnungen das Dorfbild und von etwas oberhalb
erblickte man eine wahrhafte Kraterlandschaft, in welche lediglich ein paar weissgetünchte
Marabouts und einzelne Palmen Farbtupfer setzten. Heute muss man sich die
Wohnhöhlen richtig gehend suchen oder sich von einem der vielen Kindern führen
lassen. Am einfachsten hält man sich an eines der beiden älteren Höhlenhotels,
die einen guten Einblick in die Architektur der Höhlenwohnungen und zudem auch
ein wohlschmeckendes und reichliches Couscous zum Mittagessen anbieten. In den
Hotels werden sich auch die Fans des Films «Star Wars» fast wie zu Hause
fühlen, wurden doch wichtige Sequenzen hier gefilmt.
Die Macher von Infinity-Ward sich sehr viel Mühe um eine realitätsnahe
Darstellung gemacht. Die Ähnlichkeit in Baustil der Gebäude und Strassen, aber
auch die Farbgebung sind meiner Meinung nach sehr gelungen. Dabei stört es mich
überhaupt nicht, dass die größte Attraktion, die Höhlenwohnungen, keine
Beachtung fanden.
In Bezug auf den 2.Weltkrieg und damit die
Einbindung in unser Spiel Call of Duty 2 kann festgestellt werden, dass die
Macher der Map sich durchaus ihre Gedanken bei der Wahl ihrer Karte machten.
Tunesien und das im Süden liegende Matmata
war in den Jahren September 1940 bis November 1943 als Protektorat der mit den
Achsenmächten zusammenarbeitenden Vichy-Regierung weitgehend von den
nordafrikanischen Kriegswirren verschont geblieben. Der Krieg tobte in der libyschen
Wüste zwischen Tobruk und El-Alamein.
Dies änderte sich schlagartig mit der
Operation Torch am 08.11.1942. Mit der Landung starker alliierter Kräfte in
Marokko und Algerien eröffneten die Alliierten eine zweite Front auf dem
nordafrikanischen Kriegsschauplatz.
Denn während die zunächst erfolgreiche
Offensive des deutschen Afrikakorps unter Generalfeldmarschall Rommel durch
Libyen Richtung Ägypten bei El-Alamein zum Stillstand kam und sich nun unter
heftigen Gefechten auf dem Rückzug durch die libysche Wüste befand, fielen
somit starke alliierte Kräfte in den Rücken der Achsenmächte.
Tunesien gewann somit an strategischer
Bedeutung. Beide Seiten wussten, dass die Kontrolle Tunesiens über den Ausgang
des Feldzuges entschied. Mithin entspann sich ein Wettlauf auf Tunesien und
insbesondere den Großraum Tunis.
Noch am 10. und 11. November 1942 wurden
alle Reserve-Kontingente aus Italien und Frankreich, ja sogar vom Ostfeldzug
zusammengezogen und in Tunis gelandet und somit der Brückenkopf „Tunis"
gebildet. Ziel war es entlang der tunesisch-algerischen Grenze eine
Auffanglinie gegen die alliierte Landung zu bilden und den Brückenkopf auf ganz
Tunesien auszuweiten.
Ziel der Alliierten war es Tunis zu nehmen
und damit den einzig verbliebenen Rückzugsraum des nach Westen ausweichenden
Afrikakorps zu versperren.
Die Mitte November 1942 einsetzende
Regenperiode mit heftigen, andauernden Regenfällen verhinderte zunächst eine
Ausweitung der amerikanischen Einheiten im Westen, da raumgreifende Operationen
einfach nicht möglich waren.
So ergaben sich Ende 1942 praktisch drei
Fronten. Zum einen der eigentliche Brückenkopf der Achsenmächte um Tunis, zum
anderen die Mittelfront um den Kasserine Pass und die südtunesische
Mareth-Auffanglinie.
Schließlich erreichten mit Ende der
Regenzeit Mitte Januar 1943 die ersten Einheiten des Afrikakorps, die sich aus
Libyen vor der 8. britischen Armee Montgomerys zurückzogen die Mareth-Linie bei
Matmata.
Die Mehrspieler Map „Matmata" steht somit,
wie übrigens auch die Map „Toujane" (siehe Map-Besprechung „Toujane"), für die
verbissen geführten Gefechte zwischen den Achsenmächten und den Alliierten
während des Nordafrikafeldzuges.
Da diese Mehrspieler-Map auf deutscher oder
britischer Seite gespielt werden kann, würde ich sogar noch einen Schritt
weiter gehen wollen. Die Entwickler von Infinity-Ward haben diese Karte bewusst
benannt und geographisch, sowie militär-historisch in die Schlacht um Tunesien eingebettet,
um sich spielerisch mit den erbitterten Kämpfen zwischen der Heeresgruppe
Afrika, unter Rommel und der britischen 8.Armee unter Montgomery auseinander zu
setzen.
Bedenkt man zusätzlich, dass es erklärtes
Ziel der Alliierten in Tunesien war, die Heeresgruppe Afrika noch in Nordafrika
zu besiegen, eine Absetzbewegung Richtung Italien zu verhindern und somit die
geplante Invasion Italiens entscheidend zu erleichtern, so spielt diese Map mit
am wichtigsten Punkt Nordafrikas.