1943 hielten die deutschen Truppen ein Gebiet besetzt, dessen Westgrenze sich vom Nordkap bis zu
den Pyrenäen erstreckte, aber Hitlers grosses Ziel war es ja, Lebensraum im Osten zu schaffen. So wurde Mitte 1941 trotz eines Nichtangriffpakts die Sowjetunion angegriffen. Ab dieser Zeit wurde immer wieder und immer öfter davon gesprochen, eine großangelegte Invasion der Westalliierten zu starten, was natürlich von der Sowjetunion wegen der zu erwartenden Entlastung der Sowjettruppen mehr als befürwortet und angetrieben wurde, weil sie zu der Zeit auch die Hauptlast der Alliierten im Kampf gegen die Deutschen trugen. Doch erst im Mai 1943 einigten sich Winston Churchill und Franklin D.
Roosevelt auf einer Konferenz in Washington darauf, dass britische
und amerikanische Truppen im Frühjahr 1944 in einer
großangelegten Invasion in Frankreich landen und so einen
schnellen militärischen Zusammenbruch Deutschlands herbeiführen
sollten. Endgültig bestätigt wurde dieser Entschluss auf der
Konferenz der Großen Drei in Teheran vom 28.11.-01.12.1943.
Am 28. Juni 1943 fiel dann die Entscheidung, eine großangelegte Invasion der Westalliierten an der Normandieküste stattfinden zu lassen. Der Erfolg der Offensive hing vor allem davon ab, ob sich die erste
Welle der Soldaten an der Küste festsetzen und einen stabilen
Brückenkopf für ihr weiteres Vorgehen bilden konnten. Es musste
also unbedingt verhindert werden, dass die Deutschen von den
alliierten Pläne erfuhren und ihre Truppen gezielt in der
Normandie aufbauen würden. Da man eine derartig große Truppen- und Materialverschiebung nicht geheimhalten konnte, wurden großangelegte Täuschungsmanöver an der Kanalküste im Südosten Englands abgehalten. So wußten die Deutschen zwar, dass eine Großoffensive geplant war, aber über die Örtlichkeit konnten nur Vermutungen geäußert werden. Diese Täuschung der Westalliierten war so perfekt, dass die deutsche Führung noch Tage nach dem Beginn der Invasion in der Normandie am 6.
Juni glaubten, dies sei nur ein Ablenkungsmanöver für den
tatsächlichen Angriff bei Calais.
Am 06. Juni 1944 war es dann soweit. Allein am ersten Tag der Offensive landeten 170.000 Soldaten der Westalliierten an den Stränden der
Normandie. Aufgrund der schlechten Wetterlage vor dem 06. Juni wähnten sich die Deutschen in Sicherheit. Doch in der Nacht zum 06. Juni änderte sich das Wetter und 1.200 alliierte Schiffe machten sich auf den Weg an die Normandie-Küste. Ihnen voraus bereiteten ab Mitternacht ausgedehnte Luftlandungen und
Bombardierungen die Ankunft der Truppenkontingente im Morgengrauen
vor. Um 06.30 Uhr landeten die ersten alliierten Boote an der
Normandieküste, die kriegsstrategisch in 5 Zonen aufgeteilt worden
war: Utah, Omaha, Gold, Juno und Sword. 3100 Landungsfahrzeugen umfasste die erste Welle gegen die Deutschen und trotz immenser Verluste konnten die Alliierten ziemlich rasch Fuß fassen. Bis zum frühen Nachmittag wurden von Pioniereinheiten die Hindernisse überwunden und Brückenköpfe aufgebaut, die durch schweres Gerät, Panzer und Versorgungsgüter verstärkt
wurden. Trotzdem glaubte die deutsche Führung immer noch, dies sei nur ein Ablenkungsmanöver, um die "wahre" Invasion bei Calais zu tarnen.
So erlahmte die Gegenwehr der Deutschen immer mehr und wurde immer hilfloser. Bis zum 12. Juni 1944 war es den West- Alliierten gelungen, 326.000 Soldaten,
54.000 Fahrzeuge und 104.000 Tonnen Material an Land zu setzen
sowie einen zusammenhängenden Landekopf von 100 km Länge und 30
km Tiefe zu schaffen. Am 25. Juli durchbrachen amerikanische
Truppen westlich von St. Lo die deutsche Front und gingen zum
"offenen Bewegungskrieg" über. Die Abwehr der alliierten Invasion
in der Normandie war damit endgültig gescheitert.