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Der Anfang der U-Boot-Entwicklung

Der Wunsch, länger zu tauchen als es die Atemluft zulässt, ist so alt wie der Wunsch zu fliegen. Aus diesem Grund gibt es mehrere sehr frühe Aufzeichnungen von ersten Versuchen, so z.B. von Aristoteles. Selbst Alexander der Große soll schon Tauchversuche im Mittelmeer unternommen haben. Eines der ersten technischen Zeichnungen stammt aus dem frühen 14. Jahrhundert von Guido da Vigevano:

Zeichnung von da Vigevano


Auch Leonardo da Vinci konstruierte 1515 auf dem Reißbrett ein Ein-Mann-Tauchboot. Die Idee zum Bau eines Tauchbootes wurde weiter vorangetrieben, aber erst der holländische Erfinder Cornelis Drebbel baute ein mit Leder überzogenes Ruderboot als Tauchschiff, mit dem er auf der Themse immerhin eine Tiefe von 5 Metern erreicht haben soll.

Tauchschiff von Drebbel

Das erste militärische Tauchboot war das so genannte Rotterdamer Schiff, welches 1653 von dem Franzosen de Son in Rotterdam konstruiert wurde; es besaß keine Waffen, sollte aber die gegnerischen Schiffe unter Wasser rammen. Um dieses aber effektvoll zu tun, fehlte dem Boot aber der passende Antrieb und wurde so nie dem praktischen Einsatz zugeführt. Das Boot war 22m lang, 3,60 m hoch und 2,40 m breit.

Rotterdamer Schiff

Weiterhin wollten Tüftler aus aller Welt an der Weiterentwicklung teilhaben. 1772 wurde das erste U-Boot in Deutschland getestet. Es war aus Holz und hatte die Form eines Fisches, weshalb es "Hecht" getauft wurde; mit ihm wurde etwa 12 Minuten getaucht. Das anerkannt erste richtige U-Boot wurde 1776 von dem Amerikaner David Bushnell konstruiert, die "Turtle" (Schildkröte), die durch 2 Schrauben, die per Hand bedient wurden, angetrieben wurde.

  "Turtle" gezeichnet und Original

Der allgemeine Fortschritt brachte durch die Erfindung und Entwicklung von Akkumulatoren, Dampfmaschinen, Otto- und Elektromotoren den Vorteil mit sich, dass der Antrieb nicht mehr mit Muskelkraft betrieben werden musste und somit wegen höherer Effizienz auch wieder interessanter wurde. Durch die Möglichkei der Produktion von Stahl wurde auch ein erheblich haltbarerer Baustoff anstelle des Holzes, das man bis dahin verbaut hatte, zur Verfügung gestellt.
1801 entwarf der Amerikaner Robert Fulton die "Nautilus", zum ersten Mal ein Tauchboot mit Höhen- und Seitenruder. Durch Flutung und Leerung des hohlen eisernen Kiels wurde der Auftrieb geregelt. Durch einen wasserdichten Schnorchel aus Leder wurde das Fahrzeug mit Luft versorgt, der Antrieb erfolgte immer noch durch eine Handkurbel, die ihre Kraft auf einen Propeller übertrug. Die anfänglich erfolgreichen Testphasen folgten dann aber Situationen, bei denen die Nautilus schlichtweg zu langsam war und so wurde es nicht weiterentwickelt.

  Nautilus als Zeichnung und Originalnachbau

Am 18. Dezember 1851 wurde von dem deutschen Erfinder Wilhelm Bauer der "Brandtaucher" (wegen seiner Form auch "eiserner Seehund") entwickelt. Aufgrund fehlender Geldmittel wurden die Pläne aber drastisch verändert, so dass der Brandtaucher aufgrund dieser Veränderungen bei der Jungfernfahrt sank; die Besatzung (unter ihnen auch Bauer selbst) konnte sich nach über 6stündigem Warten auf den Druckausgleich retten.

  Der Brandtaucher

Während des Amerikanischen Bürgerkriegs wurden mehrere handgetriebene U-Boote gebaut. Eines dieser Boote, die "CSS H.L.Hunley" versenkte am 17.02.1864 das gegnerische Schiff "USS Housatonic" und ist somit das erste U-Boot, das unter Gefechtsbedingungen ein feindliches Schiff versenkt hat. Bei dieser Aktion ging aber das Schiff mitsamt seiner achtköpfigen Besatzung verloren. Das Wrack wurde erst 1995 gefunden und 2000 schließlich geborgen.

  Schnittzeichnung und Zeichnung der "Hunley"


Am 02.10.1864 wurde durch den spanischen Erfinder Narcis Monturiol das erste motorgetriebene U-Boot, die "Ictineo II" entwickelt. Das Boot bestand aus Holz, verstärkt durch Kupferzargen und war mit ca. 2mm dicken Kupferplatten beschlagen.

  Die Ictineo II als Nachbau

Nun begann man aber den kriegstechnischen Sinn von U-Booten richtig zu bewerten. Viele Marineministerien schrieben Wettbewerbe aus, die zum Ziel hatten, ausgereifte und funktionelle U-Boote entwickeln zu lassen. 1881 wurde der Elektromotor als Antrieb der U-Boote eingeführt. 1886 wurde von der spanischen Marine das von dem Marineoffizier Isaac Peral entwickelte elektrisch betriebene "Peral" in den Dienst gestellt, wobei die primitive Akkumulator-Technik nicht weiterentwickelt werden konnte.

  Die "Peral"

Einen großen Schritt in der U-Boot-Entwicklung tat das französische Marineministerium mit der von Maxime Laubeuf 1899 entwickelten "Narval". Dieses U-Boot hatte bereits einen Dampfantrieb, welcher die Batterien bei Überwasserfahrt auflud und wurde Grundlage der Sirene-Klasse, von der die französische Marine ab 1900 4 Exemplare in Dienst stellte.

  Die "Narval"

Der emigrierte Ire John Philip Holland entwickelte in den USA U-Boote für den irischen Freiheitskampf gegen die Royal Navy, die gegen die Briten eingesetzt werden sollten. Nachdem er sich mit den Freiheitskämpfern überworfen hatte, entführten diese das U-Boot, die "Fenian Ram", aber keiner von ihnen konnte das komplizierte Gefährt bedienen, so dass es in einem Schuppen eingelagert wurde und nie zum Einsatz kam.

Die "Fenian Ram"

Die US-Navy schrieb Wettbewerbe aus, um funktionelle U-Boote zu bekommen, die John Philip Holland für sich entscheiden konnte. Das U-Boot "Holland VI" war schließlich so ausgereift, dass die US-Navy sie als "Adder-Klasse" sechsmal bauen liess.

Die "USS Adder (Holland VI)"

In Deutschland wurde 1902 ein U-Boot als Experiment hergestellt, für gut befunden und 3 Exemplare für den Export nach Russland gebaut. Erst im April 1904 wurde der Marine-Ingenieur Gustav Berling beauftragt, für die deutsche Marine U-Boote zur Seekriegsführung zu entwickeln. Er begab sich zur Germania-Werft in Kiel und begann dort 1905 mit der Entwicklung des U-Bootes. Am 14. Dezember 1906 wurde die "SMU 1 (Seiner Majestät Unterseeboot)" in Dienst gestellt.

Die "SMU 1"

Nun kam man in den Zeitbereich des 1. Weltkriegs (s. nächstes Kapitel)



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