Bergstein ist ein Ort in der Gemeinde Hürtgenwald im Kreis Düren, Nordrhein-Westfalen, mit etwa 1000 Einwohnern im Nationalpark Eifel.
Hill 400 ist der Ausdruck für den Burgberg, der unmittelbar bei Bergstein liegt
Als anschauliches Beispiel für den
unbedingten Erhalt des Friedens bietet sich die „Allerseelenschlacht" von 1944
im Hürtgenwald an, die unendlich viel Tod, Leid und Schäden gebracht hat, und
die den Hürtgenwald vernichtete. Die Dörfer und die Landschaft wurden zerstört,
aber es wurde auch etwa 70.000 Menschen in der gesamten Region ihr einziges,
ihnen anvertrautes Leben genommen.
Hürtgenwald bietet Gedenkstätten in besonderer Vielfalt. Nicht nur ein Museum mit vielen Exponaten, das ganze Gebiet kann man als Museum nezeichnen, weil Wege angelegt und ausgeschildert sind, die Überbleibsel und Relikte aus dem Ende des Jahres 1944 beherbergen und aufzeigen, um den Menschen von damals zu gedenken und die Menschheit von heute zu mahnen.
Die Schlacht im Hürtgenwald
Die Schlacht im Hürtgenwald bezeichnet eine Reihe von drei
Abwehrschlachten der Wehrmacht gegen die angreifende US-Army im Gebiet derNordeifel
gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Kämpfe um den
Hürtgenwald zählen zu den erbittertsten Kämpfen des Zweiten Weltkrieges
überhaupt.
In der amerikanischen Erinnerungskultur spielt diese Schlacht eine
wesentliche Rolle. Sie gilt nach der Einnahme von Aachen als
erste größere Feldschlacht der Amerikaner auf deutschem Boden
überhaupt, wurde als längste Schlacht der US-Army allgemein bezeichnet
und hinsichtlich der Totenzahlen mit der Schlacht von Gettysburg verglichen.
Nach der Landung in der Normandie am D-Day (6.
Juni 1944) kämpften die westlichen Alliierten im Rahmen der Operation Overlord darum, dort eine feste Basis aufzubauen
und die Deutschen aus Nordfrankreich zurückzudrängen. Zunächst konnten
die Alliierten nur geringe Geländegewinne erreichen. Erst mit der Operation Cobra (auch als „Durchbruch bei Avranches"
bezeichnet; 24. Juli bis zum 4. August 1944) gelang es, die deutschen
Stellungen im Westen des Invasionsbereiches zu durchbrechen. Im
folgenden motorisierten Bewegungskrieg in Nordfrankreich konnte durch
das unerwartet schnelle Vorrücken der alliierten Streitkräfte deren
Nachschub schließlich nicht mehr sichergestellt werden und der Vormarsch
geriet im Raum Aachen vor dem Westwall
ins Stocken. Das gab den Deutschen Gelegenheit, ihre schwer
angeschlagenen Truppen zu reorganisieren und Verteidigungsstellungen zu
errichten.
Ziel der deutschen Abwehr war es, einen alliierten Durchbruch zum Rhein zu
unterbinden, um dadurch den Aufmarschraum für die geplante Ardennenoffensive zu bewahren. Die
Alliierten wollten zwischen Aachen und Monschau in einem Waldgebiet bei Hürtgen
(heute Gemeinde Hürtgenwald im Kreis Düren) durchbrechen und den entlang der Rurfront
stehenden deutschen Verbänden in die Flanken fallen. Umgekehrt
fürchtete man, im Falle eines schnellen Stoßes zum Rhein im Flachland
weiter nördlich Flankenangriffen aus der Eifel ausgesetzt zu werden.
Deshalb versuchte man einen Frontalangriff durch die unwegsame
Bergregion, welche die Verteidiger begünstigte.
Die Deutschen waren ihrerseits aus mehreren Gründen am Hürtgenwald
interessiert. Er bot eine ausgezeichnete Verteidigungsstellung, und die
dahinterliegende Rurtalsperre ermöglichte es, das Rurtal unter
Wasser zu setzen und einen befürchteten amerikanischen Durchbruch in der
Jülicher Börde zu
durchkreuzen. Zudem wurde die Region als Aufmarschgebiet für die bereits
in Vorbereitung befindliche Ardennenoffensive benötigt und musste
deshalb in deutscher Hand bleiben, wollte man nicht die Geheimhaltung
aufs Spiel setzen und sich der Gefahr von Flankenangriffen aussetzen.
Kampfhandlungen
Am Vormittag des 6. Oktober 1944 begann der Vormarsch der zur 1. US-Armee gehörenden 9. US-Infanterie-Division unter dem Oberbefehl
des V. US-Corps gegen die deutsche 275. Infanterie-Division auf der gesamten Breite des
Angriffsgeländes. In diesem Waldgebiet gelang es jedoch kaum, Ziele für
die alliierte Artillerie und Luftwaffe auszumachen. Größtenteils machte
das Gelände den Einsatz schwerer Fahrzeuge unmöglich, auch weil es nur
wenige Wege gab, die zumeist für schwere Fahrzeuge wenig oder gar nicht
geeignet waren. Weiteres Hindernis für die US-Truppen war die genaue
Ortskenntnis der Wehrmacht und deren sorgfältige Vorbereitungen von
Feuerplänen und -stellungen für Artillerie, Mörser und MGs. Die
Verteidiger waren durch das bergige und waldige Gelände im Vorteil, das
die amerikanische Überlegenheit an Kriegsgerät weniger zur Geltung
kommen ließ, außerdem standen ihnen die Befestigungen des Westwalls zur
Verfügung. Zwar war der in den späten 1930er Jahren erbaute Westwall
vielerorts verfallen und entwaffnet. Dennoch bot das unübersichtliche
deutsche Stellungssystem gute Verteidigungsmöglichkeiten und stellte für
Angreifer ein schweres Hindernis dar. Das unebene und stark bewaldete
Gelände begünstigte Infiltrationstaktiken und erschwerte den Aufbau
einer zusammenhängenden Front. Die Amerikaner litten außerdem unter dem
Umstand, dass ihre Mörsergruppen Lichtungen zum Aufbau einer
Feuerstellung benötigten, die es vielerorts einfach nicht gab,
entsprechend fehlte ihren Infanteristen allzu oft die Unterstützung
durch Mörser.
Die US-Soldaten waren dazu gezwungen, einen erbitterten Grabenkrieg
zu führen, der für beide Seiten sehr kräftezehrend war. Dabei wirkte
sich erschwerend aus, dass die Amerikaner praktisch keine Erfahrung im
Gebirgs- und Kleinkrieg besaßen, während die Deutschen damit vertraut
waren. Im Wald- und Bergland gab es nur wenig Ansatzpunkte für die
Luftwaffe und gepanzerte Fahrzeuge, so dass die Infanterie die Hauptlast
der Kämpfe trug. Die Deutschen verwandelten den dichten Wald mit
unzähligen Schützenlöchern, Gräben und massivem Einsatz von Minen
in eine Festung, in den Bäumen versteckte Scharfschützen (sog.
Baumschützen) forderten einen stetigen Blutzoll, und Baumkrepierer (d.
h. Artilleriegranaten, die einen Baum in Fetzen rissen und eine Unmenge
Splitter erzeugten) erwiesen sich als sehr gefährlich für die ohne
ausreichende Deckung vorgehenden Angreifer. Teilweise stellte die
deutsche Artillerie ihre Geschosse auch als Luftzündungen ein, so dass
ganze Gebiete mit Schrapnells überschüttet wurden. So blieb der Angriff
im Wald stecken und die Höhen blieben in deutscher Hand, obwohl die
Amerikaner sich den Gegebenheiten recht schnell anpassten. Den Deutschen
machten ihrerseits Nachschubschwierigkeiten zu schaffen, die kämpfenden
Verbände hatten auf dem Rückzug durch Frankreich schwere Verluste
erlitten und Ersatz war kaum verfügbar. Durch den Mangel an Treibstoff
und Fahrzeugen musste der Nachschub im unwegsamen Gelände oft mit
Trägerkolonnen nach vorn gebracht werden. Nach zehn Tagen erbitterter
Kämpfe waren beide Seiten so geschwächt, dass die Kampfhandlungen
abflauten. Am Ende der erfolglosen Offensive betrug der Geländegewinn
der Amerikaner 2,7 km, die Verluste beliefen sich auf 4500 Mann, während
die Deutschen 3200 Mann verloren.
Die
Allerseelenschlacht
Am Ende war die 9. US-Division durch die überaus harten Waldgefechte
abgekämpft und wurde am 26. Oktober durch die 28. Division ersetzt.
Dabei beeinträchtigte der Anblick der schmutzig und abgerissen
aussehenden Abgelösten den Kampfgeist der weitgehend unerfahrenen
Ersatztruppen. Das amerikanische Oberkommando wollte keine Zeit
verlieren und plante einen Angriff auf das Dorf Schmidt, das als
Kreuzungspunkt vieler Wege und durch seine Höhenlage im so genannten
Stolbergkorridor strategisch wichtig war. Der Angriffstermin wurde auf
den 31. Oktober angesetzt, musste aber wegen schlechten Wetters auf den
2. November verschoben werden. Die 28. Division wurde dabei um
zusätzliche Pionier-, Panzer- und Artillerieeinheiten verstärkt, die
beim Durchbruch helfen sollten.
Die Deutschen waren währenddessen nicht untätig gewesen und hatten
das Waldgebiet mit zahlreichen Feldbefestigungen und Minenfeldern wieder
in eine Festung verwandelt. Im deutschen Oberkommando war man der
Ansicht, dass der amerikanische Stoß auf die Rurtalsperren zielte, um
mit ihrer Kontrolle eine Überflutung des Rurtales zu verhindern, was
einen amerikanischen Vorstoß in dieser Gegend aufgehalten hätte. Dies
hätte die Pläne für die bereits in Vorbereitung befindliche
Ardennenoffensive gefährdet, ganz abgesehen von der Gefahr eines
Flankenangriffs, falls das Bergland in alliierte Hand gefallen wäre, so
dass die deutsche Führung der Verteidigung der Talsperren und damit des
Hürtgenwaldes hohe Bedeutung beimaß. Die Amerikaner dagegen hatten die
Bedeutung der Talsperren noch nicht erkannt und wählten die
Angriffsroute wohl hauptsächlich deshalb, um zu verhindern, dass ihre
weiter nördlich kämpfenden Truppen bei einem Vorstoß auf den Rhein durch
Reserven aus dem Hürtgenwald behindert wurden; das Primärziel war somit
das Festhalten des Gegners und das Binden seiner Streitkräfte. Im
Bergland waren deutscherseits die 275. Infanteriedivision sowie die 89.
Infanterie- und die 12. Volksgrenadierdivision eingesetzt, die 116. Panzerdivision stand als
Reserve bereit. Alle diese Verbände waren allerdings stark ausgeblutet
und weit unter Sollstärke. So war z. B. die 275. Infanteriedivision auf
etwa 5000 Mann zusammengeschmolzen.
Der amerikanische Angriff begann planmäßig und gelangte trotz
schwerer Verluste schon am 3. November über Vossenack
bis nach Schmidt und das benachbarte
Kommerscheidt. Starkes deutsches Mörser- und Infanteriefeuer konnte im
unwegsamen Gelände nicht ausgeschaltet werden, und die vorrückenden
Truppen erlitten Verluste durch die ausgedehnten Minenfelder und
Baumkrepierer. Von besonderer Bedeutung war dabei der Weg durch die
Kallschlucht, die als einzige Nachschubroute von Vossenack nach Schmidt
führte. Wegen der schlechten Wege hatten die Angriffsspitzen große
Probleme beim Vordringen, insbesondere war es fast unmöglich, Panzer
über die schmalen und stark gewundenen Waldwege zu manövrieren. Dieselbe
Schwierigkeit behinderte jedoch auch die Verteidiger beim Heranführen
von Reserven, so dass der Fall von Schmidt nicht verhindert werden
konnte. Allerdings sah die deutsche Führung nun die Talsperren bedroht
und stellte ausreichende Kräfte für einen Gegenangriff bereit. Die
Amerikaner blieben währenddessen unter ständigem Artilleriefeuer, und
die undurchdringliche und unheimliche Waldlandschaft, die immer noch
voller deutscher Scharfschützen und Kampfgruppen steckte,
beeinträchtigte die Kampfmoral der Amerikaner, die sich in den eroberten
Ortschaften eingruben.
Die 89. Infanteriedivision der Deutschen führte am 5. November einen
energischen Gegenangriff mit Artillerie- und Panzerunterstützung durch
die 116. Panzerdivision gegen Schmidt, der nach heftigen Gefechten die
Amerikaner unter schweren Verlusten zum Rückzug zwang, der sich
streckenweise zur unkontrollierten Flucht auswuchs. Dabei war die
Nachschubroute der Amerikaner durch einen gleichzeitigen Angriff auf
Vossenack und ständige deutsche Aktivität auf der Route selbst stark
bedroht, und es gelang nicht, alle vorgerückten Truppen wieder
herauszuziehen – wer nicht dem deutschen Feuer zum Opfer fiel, wurde
gefangen. In den folgenden Tagen drängten die angreifenden Deutschen die
Amerikaner nach und nach in ihre Ausgangsstellungen zurück, dabei
erlitten die US-Truppen schwerste Verluste. Aber auch die Deutschen
zahlten einen hohen Preis für die Verteidigung der Talsperren: der
Angriff auf Vossenack schlug nicht durch, und erst am 8. November
konnten die Deutschen das von den Amerikanern geräumte Dorf teilweise
besetzen. Zu diesem Zeitpunkt war die Schlacht weiter hinten allerdings
längst geschlagen. Auch die Verteidiger entrichteten einen hohen
Blutzoll und mussten wertvolle Reserven in die Schlacht werfen. Die
Kämpfe waren von äußerster Härte, und zuweilen wurden von beiden Seiten
keine Gefangenen mehr gemacht. Schlechte Planung und ein unvermutet
starker deutscher Widerstand trugen zum Scheitern des amerikanischen
Angriffs bei, zusammen mit der Tatsache, dass die frisch eingetroffenen
Soldaten der 28. Division in keiner Weise darauf vorbereitet wurden, mit
was für Verhältnissen sie es zu tun bekommen würden. Die ausgeblutete
Division musste nach diesem Misserfolg aus der Front gezogen und
aufgefrischt werden, und die Kämpfe flauten vorübergehend etwas ab.
Allein der Kampf um Schmidt kostete die US-Armee 6184 Mann Verluste, die
deutschen Verluste lagen bei etwa der Hälfte davon.
Operation Queen
Am 16. November 1944 starteten die 1. (Hodges) und 9. US-Armee (Simpson)
eine Großoffensive im Hürtgenwald (Operation Queen), die gleichzeitig an der Rurfront
weiter nördlich anlief. In dieser zweiten Phase der Kämpfe sollte die
4. US-Division unter Leitung des VII. US-Corps durch die nördliche
Hälfte des Hürtgenwalds brechen und die Rur erreichen. Ihr gegenüber
standen nach wie vor drei deutsche Divisionen, alle deutlich unter
Sollstärke, die dem 81. Korps angehörten, im Bereich des Hürtgenwaldes
immer noch die nun auf 6500 Mann aufgestockte 275. Infanteriedivision
mit 150 Geschützen.
Bei Auftakt der amerikanischen Offensive erlitten zwei angreifende
US-Regimenter schwere Verluste durch die wohlvorbereiteten Deutschen,
welche die Angreifer mit starkem Artillerie- und MG-Feuer zurücktrieben.
Um Panzerunterstützung zu ermöglichen, begannen US-Pioniere damit,
Panzerstraßen durch den Wald zu sprengen. Dennoch blieben Nachschub und
Versorgung der Verwundeten ein Problem, so dass der Angriff ab dem 19.
November für zwei Tage eingestellt wurde, um Verwundete zu bergen und
sich neu aufzustellen. Die Deutschen erhielten unterdessen Verstärkungen
von der 344. und 353. Infanteriedivision, und der Widerstand wurde noch
härter.
Das V. US-Corps übernahm nun wieder die Leitung, und am 21. November
griff die 8. US-Division im Raum des Wehebachs an und rückte langsam bis
Hürtgen vor. Trotz starker Überlegenheit kamen die Amerikaner gegen den
verbissenen deutschen Widerstand nur langsam voran und konnten Hürtgen
erst am 29. November einnehmen. Ein Angriff auf Merode war zwar
erfolgreich, ein deutscher Gegenangriff vernichtete jedoch die zwei
US-Kompanien, die das Dorf besetzt hatten.
Bestandteile der 8. und 28. US-Divisionen stießen danach auf Brandenberg vor. Sie kamen erneut
nur sehr langsam voran. Bis zum 12. Dezember gelang es ihnen, die Orte
Gey und Straß zu erobern. Die Deutschen indessen konnten die Amerikaner
von den Talsperren fernhalten, bis die Ardennenoffensive am 16. Dezember 1944
begann. Damit fand die Schlacht im Hürtgenwald ein vorläufiges Ende.
Ende der Kämpfe
Nach dem Scheitern der Ardennenoffensive am 10. Januar 1945 wurden
die Kämpfe erneut aufgenommen. Die Reserven der Deutschen waren
verbraucht, und sie hatten schwere Verluste erlitten, weshalb die
Intensität der Kämpfe etwas abnahm und die Angreifer Fortschritte
verzeichnen konnten. Am 8. Februar 1945 fiel endgültig der Ort Schmidt,
wodurch die Kämpfe im Hürtgenwald endeten. Fünf Monate nachdem die
Amerikaner die Westgrenze des Hürtgenwaldes erreicht hatten, standen sie
auf der anderen Seite. Jedoch gelang es ihnen vorerst nicht, die
Talsperren zu erreichen, bevor die Deutschen sie zur Überflutung des
Rurtales öffneten. Erst am 10. Februar fiel der Damm in Schwammenauel
in amerikanische Hand, doch da hatten die Deutschen bereits die
Talsperren geöffnet, womit der amerikanische Vorstoß auf den Rhein um
zwei weitere Wochen verschoben werden musste. Die Kämpfe um den
Hürtgenwald zählen zu den erbittertsten Kämpfen des Zweiten Weltkrieges.